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In die Schwächsten investieren
Datum: Dienstag, dem 09. Februar 2016
Thema: Kanada Infos


Das Hunger Projekt Malawi etabliert ein Mikrokreditprogramm, speziell für HIV-positive Frauen in Malawi.

Malawi gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. 34 % der Bevölkerung sind dauerhaft unterernährt. Das kleine Land südlich der Sahara hat etwa 13,2 Mio. Einwohner. Davon sind etwa 13 % HIV-positiv. Jährlich sterben etwa 80 000 Menschen an den Folgen von AIDS. Die hohe AIDS-Infektionsrate ist besonders problematisch vor dem Hintergrund, dass 42 % der Einwohner von Malawi weniger als 1 US Dollar pro Tag verdienen.

Seit 2002 ist das Hunger Projekt landesweit tätig. Auch in Malawi hat sich die Epizentren-Strategie bewährt, weil mit relativ geringem Mitteleinsatz große Erfolge erzielt werden konnten. Inzwischen gibt es sechs Epizentren in Malawi.

Die hohe AIDS-Infektionsrate sowie das praktizierte Recht schaffen große soziale Probleme. Vor allem in der Erbfolge und bei Scheidung werden Frauen stark benachteiligt, was zu einer großen Abhängigkeit von ihren Ehemännern führt und in vielen Fällen zu extremer Verarmung im Fall von Scheidung oder Tod des Ehemanns. Aus diesem Grund unterstützt das Hunger Projekt vor allem alleinstehende Frauen mittleren Alters bei der Kreditvergabe.
Doch mit Krediten allein entsteht kein grundlegender Wandel. Daher werden die Kredite ausschließlich im Rahmen eines Vergabeprogramms vergeben, das bestimmte Voraussetzungen und Verpflichtungen enthält. Vergeben werden Kredite nur an Frauen, die lesen und schreiben können. Entsprechende Kurse werden im Rahmen der Epizentren-Strategie angeboten. Ein spezielles Training, in dem die Grundlagen des Business- und Finanzmanagements vermittelt werden, ist obligatorisch. Personen, die einen Kredit beantragen, müssen zuvor mindestens 10 % der Summe angespart haben und alle bisherigen Kredite müssen abbezahlt sein. Zudem geht mit dem Kredit die Verpflichtung einher, das Geld zur Generierung von Einkommen zu verwenden.

Die Kredite werden an Frauengruppen von 5- 15 Personen vergeben, die gegenseitig füreinander einstehen. Ein neuer Kredit kann von Gruppenmitgliedern nur beantragt werden, wenn bereits alle Gruppenmitglieder ihren Kredit abbezahlt haben. Einerseits dienen diese Maßnahmen der Risikominimierung, andererseits appellieren sie an den Gemeinschaftssinn und schaffen ein Zusammengehörigkeitsgefühl. Die Kredite haben normalerweise eine Höhe von ca. 50 EUR bei einer Laufzeit von einem Jahr und Zinsen zwischen 10 und 36 %, je nach Ort und Umständen.

2006 stellte das Hunger Projekt Malawi fest, dass die meisten Kreditprogramme HIV-positive Menschen übergehen, weil sie als Risikogruppe betrachtet werden. Daher wurde ein Pilotprojekt geschaffen, das genau diese Lücke ausfüllt. Eine Studie im Dezember 2008 ergab eine Rückzahlungsrate von 89,23 %. 10,77 % der Kredite konnten wegen Todesfällen nicht zurückgezahlt werden. Unter diesen Annahmen entwickelte das Hunger Projekt Malawi ein permanentes Verfahren zur Kreditvergabe an HIV-Positive, das u.a. die Elemente AIDS-Aufklärung und Prävention, Behandlungsmethoden und Abbau von Stigmata und Diskriminierung beinhaltet. Dieses permanente Verfahren begann am Welt-AIDS-Tag 2008 und wurde innerhalb des Rahmenprogramms der VCT (voluntary counseling and testing) Services vorgestellt. Insgesamt haben bisher 924.200 Menschen an AIDS-Aufklärungsmaßnahmen des Hunger Projekts teilgenommen.

Elizabeth Kalimbuka ist eine Witwe mittleren Alters. Sie ist HIV-positiv. 2005 stieß sie zum Epizentrum Nchalo. Sie etablierte mit Hilfe der Mikrokredit-Initiative des Hunger Projekts einen Handel mit Kühen und expandierte nur wenige Monate darauf, indem sie Backsteine herstellen und in einem Ofen brennen ließ, den sie von dem selbst erwirtschafteten Geld gekauft hatte. Sie unterstützt heute die gesamte Familie in Unterhalt und Ausbildung und ist ein sehr angesehenes Mitglied der Gemeinschaft trotz ihrer doppelt schlechten Ausgangsposition als Witwe und AIDS-Kranke. Elizabeth engagiert sich heute selbst im Hunger Projekt bei der AIDS Aufklärung.

Weitere Informationen gibt es unter: http://das-hunger-projekt.de
Das Hunger Projekt e.V. ist eine globale Nichtregierungsorganisation (NRO), die sich seit 1977 mit insgesamt 350 Angestellten und rund 362.000 Ehrenamtlichen gemeinsam für die nachhaltige Überwindung chronischen Hungers in 13 Ländern Afrikas, Südasiens und Lateinamerikas einsetzt (gegenwärtig in Äthiopien, Benin, Burkina Faso, Ghana, Malawi, Mosambik, Senegal und Uganda; in Indien und Bangladesch; in Mexiko, Bolivien und Peru). Der internationale Hauptsitz ist in New York.

In Deutschland arbeitet das Hunger Projekt seit 1982 als gemeinnützig anerkannter Verein mit ca. 50 ehrenamtlichen Aktiven und sechs Teilzeitkräften. Weitere Partnerländer sind: Australien, Belgien, Großbritannien, Japan, Kanada, Neuseeland, Niederlande, Schweden und die Schweiz.

Das Hunger Projekt konzentriert sich auf drei Leitgedanken: Mobilisierung zur Eigenverantwortung, Gleichberechtigung von Frauen und Männern sowie Stärkung lokaler Demokratie. Alle Strategien und Initiativen sind darauf ausgerichtet, die acht UN-Millenniumsentwicklungsziele zu unterstützen.

Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) in Berlin zeichnet das Hunger Projekt e.V. seit Jahren mit dem DZI-Spendensiegel für seine transparente, sparsame und satzungsgemäße Verwendung der Spendengelder aus.
Das Hunger Projekt e.V.
Maria Baum
Holzstrasse 30
80469
München
mbm@das-hunger-projekt.de
(+49) 89 2000 347 70
http://das-hunger-projekt.de



Das Hunger Projekt Malawi etabliert ein Mikrokreditprogramm, speziell für HIV-positive Frauen in Malawi.

Malawi gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. 34 % der Bevölkerung sind dauerhaft unterernährt. Das kleine Land südlich der Sahara hat etwa 13,2 Mio. Einwohner. Davon sind etwa 13 % HIV-positiv. Jährlich sterben etwa 80 000 Menschen an den Folgen von AIDS. Die hohe AIDS-Infektionsrate ist besonders problematisch vor dem Hintergrund, dass 42 % der Einwohner von Malawi weniger als 1 US Dollar pro Tag verdienen.

Seit 2002 ist das Hunger Projekt landesweit tätig. Auch in Malawi hat sich die Epizentren-Strategie bewährt, weil mit relativ geringem Mitteleinsatz große Erfolge erzielt werden konnten. Inzwischen gibt es sechs Epizentren in Malawi.

Die hohe AIDS-Infektionsrate sowie das praktizierte Recht schaffen große soziale Probleme. Vor allem in der Erbfolge und bei Scheidung werden Frauen stark benachteiligt, was zu einer großen Abhängigkeit von ihren Ehemännern führt und in vielen Fällen zu extremer Verarmung im Fall von Scheidung oder Tod des Ehemanns. Aus diesem Grund unterstützt das Hunger Projekt vor allem alleinstehende Frauen mittleren Alters bei der Kreditvergabe.
Doch mit Krediten allein entsteht kein grundlegender Wandel. Daher werden die Kredite ausschließlich im Rahmen eines Vergabeprogramms vergeben, das bestimmte Voraussetzungen und Verpflichtungen enthält. Vergeben werden Kredite nur an Frauen, die lesen und schreiben können. Entsprechende Kurse werden im Rahmen der Epizentren-Strategie angeboten. Ein spezielles Training, in dem die Grundlagen des Business- und Finanzmanagements vermittelt werden, ist obligatorisch. Personen, die einen Kredit beantragen, müssen zuvor mindestens 10 % der Summe angespart haben und alle bisherigen Kredite müssen abbezahlt sein. Zudem geht mit dem Kredit die Verpflichtung einher, das Geld zur Generierung von Einkommen zu verwenden.

Die Kredite werden an Frauengruppen von 5- 15 Personen vergeben, die gegenseitig füreinander einstehen. Ein neuer Kredit kann von Gruppenmitgliedern nur beantragt werden, wenn bereits alle Gruppenmitglieder ihren Kredit abbezahlt haben. Einerseits dienen diese Maßnahmen der Risikominimierung, andererseits appellieren sie an den Gemeinschaftssinn und schaffen ein Zusammengehörigkeitsgefühl. Die Kredite haben normalerweise eine Höhe von ca. 50 EUR bei einer Laufzeit von einem Jahr und Zinsen zwischen 10 und 36 %, je nach Ort und Umständen.

2006 stellte das Hunger Projekt Malawi fest, dass die meisten Kreditprogramme HIV-positive Menschen übergehen, weil sie als Risikogruppe betrachtet werden. Daher wurde ein Pilotprojekt geschaffen, das genau diese Lücke ausfüllt. Eine Studie im Dezember 2008 ergab eine Rückzahlungsrate von 89,23 %. 10,77 % der Kredite konnten wegen Todesfällen nicht zurückgezahlt werden. Unter diesen Annahmen entwickelte das Hunger Projekt Malawi ein permanentes Verfahren zur Kreditvergabe an HIV-Positive, das u.a. die Elemente AIDS-Aufklärung und Prävention, Behandlungsmethoden und Abbau von Stigmata und Diskriminierung beinhaltet. Dieses permanente Verfahren begann am Welt-AIDS-Tag 2008 und wurde innerhalb des Rahmenprogramms der VCT (voluntary counseling and testing) Services vorgestellt. Insgesamt haben bisher 924.200 Menschen an AIDS-Aufklärungsmaßnahmen des Hunger Projekts teilgenommen.

Elizabeth Kalimbuka ist eine Witwe mittleren Alters. Sie ist HIV-positiv. 2005 stieß sie zum Epizentrum Nchalo. Sie etablierte mit Hilfe der Mikrokredit-Initiative des Hunger Projekts einen Handel mit Kühen und expandierte nur wenige Monate darauf, indem sie Backsteine herstellen und in einem Ofen brennen ließ, den sie von dem selbst erwirtschafteten Geld gekauft hatte. Sie unterstützt heute die gesamte Familie in Unterhalt und Ausbildung und ist ein sehr angesehenes Mitglied der Gemeinschaft trotz ihrer doppelt schlechten Ausgangsposition als Witwe und AIDS-Kranke. Elizabeth engagiert sich heute selbst im Hunger Projekt bei der AIDS Aufklärung.

Weitere Informationen gibt es unter: http://das-hunger-projekt.de
Das Hunger Projekt e.V. ist eine globale Nichtregierungsorganisation (NRO), die sich seit 1977 mit insgesamt 350 Angestellten und rund 362.000 Ehrenamtlichen gemeinsam für die nachhaltige Überwindung chronischen Hungers in 13 Ländern Afrikas, Südasiens und Lateinamerikas einsetzt (gegenwärtig in Äthiopien, Benin, Burkina Faso, Ghana, Malawi, Mosambik, Senegal und Uganda; in Indien und Bangladesch; in Mexiko, Bolivien und Peru). Der internationale Hauptsitz ist in New York.

In Deutschland arbeitet das Hunger Projekt seit 1982 als gemeinnützig anerkannter Verein mit ca. 50 ehrenamtlichen Aktiven und sechs Teilzeitkräften. Weitere Partnerländer sind: Australien, Belgien, Großbritannien, Japan, Kanada, Neuseeland, Niederlande, Schweden und die Schweiz.

Das Hunger Projekt konzentriert sich auf drei Leitgedanken: Mobilisierung zur Eigenverantwortung, Gleichberechtigung von Frauen und Männern sowie Stärkung lokaler Demokratie. Alle Strategien und Initiativen sind darauf ausgerichtet, die acht UN-Millenniumsentwicklungsziele zu unterstützen.

Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) in Berlin zeichnet das Hunger Projekt e.V. seit Jahren mit dem DZI-Spendensiegel für seine transparente, sparsame und satzungsgemäße Verwendung der Spendengelder aus.
Das Hunger Projekt e.V.
Maria Baum
Holzstrasse 30
80469
München
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(+49) 89 2000 347 70
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